Auf einen Kaffee mit ...

… Christian Wolf (38), Projektleiter

Wie bist du zum DAV gekommen?

Ursprünglich tatsächlich eher pragmatisch, also als Student, vor allem wegen der vergünstigten Hüttenübernachtungen und der Versicherung und das waren damals schon überzeugende Argumente. Ich war dann immer mal wieder in verschiedenen Sektionen Mitglied, je nachdem wo ich gerade gewohnt habe. Seit ungefähr fünf Jahren bin ich jetzt in Freiburg und habe angefangen, auch die Sektion hier aktiv zu erleben, weil man irgendwann auch merkt, dass der DAV ja deutlich mehr ist, als ein günstiger Schlafplatz in den Alpen.

Welchen Sport betreibst du im Alpenverein?

Vor allem Klettern, sowohl in der Halle als auch draußen am Fels, besonders gerne in Mehrseillängen, und ansonsten Bergsteigen und Hochtouren. Ich würde mal sagen, ich bin ambitionierter Genussbergsteiger. Mir geht es schon darum, sportlich unterwegs zu sein, aber am Ende soll es trotzdem auch Spaß machen und da bin ich besonders gerne im Jura und in den Alpen auf Tour. Außerdem möchte ich noch den Trainer C Bergsteigen machen und bin dafür aktuell als Hospitant unterwegs.

Stell dir vor, du wärst für einen Tag Sektionsvorsitzender. Was würdest du in der Sektion verändern?

Ich würde versuchen, manche Prozesse und Abläufe etwas einfacher und digitaler zu gestalten. Gerade bei größeren Vereinen, wie wir das natürlich auch sind, entsteht schnell viel Bürokratie. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass die Sektion an sehr vielen Stellen stark vom Bundesverband abhängig ist und man deshalb gar nicht einfach alles selbst entscheiden kann. Großes Potential sehe ich auch darin, stärker voneinander zu lernen, also mehr Best-Practice zwischen den Sektionen auszutauschen. Außerdem finde ich es auch wichtig, Trainerinnen und Trainer noch besser zu unterstützen, damit sie mehr Kurse und Touren anbieten können, da die Nachfrage nach Tourenplätzen ja gewaltig ist. Gleichzeitig habe ich aber auch das Gefühl, dass die Sektion bei vielen Themen schon einiges angestoßen hat und insgesamt auf einem sehr guten Weg ist. Besonders das positive und offene Miteinander finde ich sehr gelungen. Das sollte man sich unbedingt erhalten.

Was gefällt dir am Alpenverein?

Vor allem die Menschen. Man trifft unglaublich viele unterschiedliche und spannende Leute und hat die Möglichkeit, ständig etwas voneinander zu lernen. Ich mag diese Mischung aus Gemeinschaft, Ehrenamt und gemeinsamer Begeisterung für die Berge. Und außerdem finde ich es schön, dass man über den Verein relativ unkompliziert Leute kennenlernt, mit denen man ja auch ähnliche Interessen teilt und gemeinsam unterwegs sein kann.

Welche Tour wolltest du schon immer unternehmen?

Die Spaghetti-Runde steht ziemlich weit oben auf meiner Liste. Und auch die große Zinne über die Grohmann-Hainz-Führe würde ich gerne nochmal versuchen. Wir waren dort schon mal und mussten nach 20 Seillängen unterbrechen, weil es selbst im August extrem kalt war und es irgendwann eher Qual als Genuss war. Deswegen fühlt sich das bis heute noch ein bisschen nach unfinished business an. Aber wir werden da sicherlich nochmal hingehen und die 47 Seillängen fertig klettern.

Was machst du sonst so?

Ich lese sehr gerne, eigentlich habe ich auch immer überall ein Buch dabei. Deswegen finde ich auch die Idee einer Sektionsbibliothek sehr schön, in der man einfach ein bisschen stöbern könnte, aber der Platzmangel in der Sektion ist natürlich auch Realität. Und ansonsten reise ich gerne, koche viel und gerne und bin mit dem Mountainbike unterwegs.

Hannah Schinner

Christian Wolf | © Foto: privat
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